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Alfa Romeo Nutzfahrzeuge.

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Autotutto: Kleintransporter für Alles

Die Geschichte von Alfa Romeo ist so facettenreich und vielfältig wie die Produkte aus diesem Hause. Auch die Geschichte der Nutzfahrzeuge gehört dazu, denn Alfa Romeo baute nicht nur Personen- und Sportwagen, sondern auch Busse, Lastwagen und Transporter. Zu den Letzteren gehören zweifelsohne die ROMEO. Kleine, geschlossene Transporter - Furgone genannt - und offene mit Brücke, die Autocarri. Ab 1954 in Kleinserien gebaut, versahen sie ihren Dienst vorwiegend in Italien und wurden sowohl als Werbeträger für Zahnpasta, Waschmittel oder Nähmaschinen, als auch für militärische Zwecke z.B. als Sanitätsfahrzeuge eingesetzt. Aber auch im Polizei- oder Kommunalwesen waren die ROMEO's anzutreffen. bekannte, ja berühmte Karosseriefirmen wie Colli, Boneschi oder Intruzzi kreierten hierfür teils skurrile und futuristisch anmutende Kreationen (siehe auch Curiosalfa von Stefano Salvetti).


Kleiner Kehrrichtwagen auf der Basis des ROMEO 2.


Von Introzzi karossierter ROMEO 2 / Furgone, eingesetzt zur Möbelwerbung. (Bilder aus "camion alfa romeo" von Massimo Condolo)


Aus dem ROMEO Verkaufsprospekt

 

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Modifizierte Versionen

Ab 1967 gab es dann äusserlich überarbeitete Versionen, die sog. A11 / A12 und F11 / F12, wobei die Buchstaben A und F den Typ bezeichnen und die Nummern für die Nutzlast stehen (F12 = Furgone mit 1200 Kg Nutzlast). Mechanisch blieb aber alles beim Alten. 1983 wurde die Produktion nach nur rund 30'000 ausgelieferten Einheiten eingestellt.


Alfa Romeo A12 und F12 in der letzten, modifizierten Version mit Giulia- und Alfasud-Komponenten. Als Motorisierung diente der 1300 Giulietta 4-Zylinder (A12,F12) sowie ein 2-Zylinder Perkins-Diesel (A11,F11). (Archiv Tisenwald Classics)

  
Alfa Romeo A12 Carro Attrezzi (Autotransporter) der letzten Serie mit Aufbau von SCATTOLINI Verona und elektro-hydraulischer Seilwinde. (Sammlung Tisenwald Classics)

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Autobusse für die Schweizer Postbetriebe.

In der zweiten Hälfte der 30er Jahre hat Alfa Romeo begonnen, neben den bisher in Lizenz gebauten DEUTZ-Dieselmotoren eine Reihe von vier- und Sechszylinder-motoren mit vier Ventilen pro Zylinder zu entwickeln. Es waren die Typen 430 und 800. Ab 1938 kamen diese in Generatoren, in Traktoren (Ansaldo), für die Marine und verschiedene industrielle Anwendungen zum Einsatz. 1940 wurde der Typ 800 vorgestellt. Es war dies ein Chassis für schwere Lastwagen, mit 6-Zylinder-Dieselmotor, 8700 ccm und 115 PS. Der 800er fand anfänglich mehrheitlich für militärische Zwecke Verwendung. Zwei Jahre später kam der etwas kleinere Typ 430 mit 4-Zylinder, 5800 ccm und 80 PS heraus. Der 430er war Basis für mittelschwere Lastwagen und eine Reihe von Autobussen, die hier aus gutem Grund etwas näher beschrieben werden.

Das Ende des 2. Weltkriegs nahte und die Bombardierung des Werkes durch die Alliierten im Oktober 1944 stoppte fast jede produktive Tätigkeit im Portello, dem Stammwerk Alfa Romeo's in Mailand. 30-40% der Fabrikbauten und der Einrichtungen waren zerstört. Bis April 1945 wurden mit der vorhandenen Belegschaft und dem noch unversehrten Equipment Ersatzteile für die Marine und Flugzeugmotoren für die italienische und deutsche Armee geliefert. Daneben wurden Giessereiprodukte und Küchengeräte hergestellt. Die einzige bedeutende Produktion, die der T430, blieb glücklicherweise während der Kriegsjahre erhalten. Es wurden Motoren, Lastwagen und Chassis für Autobusse hergestellt und zu den ersten "grösseren" Abnehmern gehörten, nebst der UDSSR und weiteren osteuropäischen Ländern, die USA und - man höre und staune - auch die Schweiz. 1947/48 wurden insgesamt 54 Autobusse vom Typ 430-A ins vom Krieg verschonte Alpenland geliefert. 50 Stück für die Schweizerische Post und 4 weitere für die Verkehrsbetriebe Zürcher Oberland (VZO). Grund für die Bestellung im nahen Ausland waren Lieferengpässe der Schweizer Fahrzeugindustrie, insbesondere von Saurer und FBW.

Aber die hohen schweizerischen Qualitäts-Standards einzuhalten und den Post- spezifischen Wünschen (Motorbremse, Heizung, Berg-Verriegelung gegen Rückwärtslauf etc.) zu entsprechen, war für Alfa Romeo nicht ganz einfach.

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Typ 430-A mit Aufbau von SIAI / 1947


Der 430-A am Genfer Nutzfahrzeugsalon 1947.


 


Titelseite des Verkaufsprospektes. 

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Die Aufbauten der 1947er Modelle fertigte der Flugzeug-Hersteller S.I.A.I-Marchetti in Sesto-Calende bei Varese. Spätere, modifizierte Ausführungen wurden von der I.G.M.A (Imprese Generali Meccaniche Arcore) hergestellt und waren u.A. mit einem Faltdach, dem sog. Ciel-ouvert, von HESS Solothurn, ausgestattet. Auch das einer der vielen Sonderwünsche der Post, nebst der Lackierung "DUCO" in Postgelb, schwarz und Aluminium (silber-metallic).

Typ 430-A mit Aufbau von IGMA / 1948


Ein 430-A mit IGMA-Aufbau von 1948. (Quelle: Museum für Kommunikation, Bern)

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Bereits Anfangs bis Mitte der 50er Jahre waren die Alfa Romeo-Alpenwagen aber wieder verkauft. Die neuen Besitzer waren sowohl Postautohalter, private und genossenschaftliche Transport-Unternehmen als auch industrielle Betriebe. Das nachstehende Bild zeigt einen Typ 430-A der Baselland Transport Betriebe BTB.


(Archivbild Tisenwald Classics)

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Ein weiteres interessantes Gefährt ist dieser Lastwagen der PTT, der 1954 vom Berner Carrossier G. Reber vom Alpenwagen zum Lastwagen umgebaut wurde. Er erhielt eine Occasions-Brücke mit Blachenverdeck. Chassis, Motor und Kabine entstammten einem ausrangierten 1947er Autobus Typ 430-A. Dieses Arbeitsgerät stand im Dienst bis Ende 1969.


Quelle: Museum für Kommunikation, Bern (Archiv Tisenwald Classics)

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