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Aus unserem Familienarchiv

  
Hier, an der Glärnischstrasse 10 in Horgen am Zürichsee, gründete mein Gross- vater, Julius Bertschinger-Egolf am 1.Mai 1927 eine Kunst- & Bauschlosserei, zusammen mit einer Bezirksvertretung für Landmaschinen der Firma Bucher-Guyer. Durch meinen Vater, Julius Bertschinger-Frank entwickelte sich der Kleinbetrieb ab 1945 zu einer Firma für Feineisen- und Metallbau. Hergestellt wurden u.A. Schaufensteranlagen, Metallfronten und -türen sowie - ab 1968 - auch Bankschalteranlagen und Sicherheitstüren etc. Mir war es schliesslich vergönnt, die prosperierende Firma 1989 in dritter Generation zu einem über die Landesgrenzen hinaus agierenden Unternehmen im Bereich der Sicherheitstechnik zu entwickeln.

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Hier einige der fahrbaren "Untersätze" meiner Vorfahren.

TRIUMPH Modell P
 
  
 
Das ist das erste - und einzige - Motorrad meines Grossvaters (links auf dem Bild). Es ist ein Triumph Modell P von 1925, mit dem er später einen schweren Unfall hatte, der ihm sein Gesicht teilweise entstellte. Der Triumph blieb - warscheinlich deshalb - bis heute das einzige Motorrad in unserer Familie. Das Foto, das als Postkarte fungierte, datiert vom 26.9.1930.

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Weltwirtschaftskrise zum Ersten:
Man baute Kachelöfen, Kochherde, Grabkreuze und....   ein Schiff. 

  

Die DELICE (franz. für: Genuss, Vergnügen, Freude) entstand 1936-37 in einer von der Weltwirtschaftskrise geprägten Zeit und war quasi "aus der Not" geboren. Sozusagen als Beschäftigungstherapie, weil Aufträge nur spärlich eingingen. Die Spanten sind aus Stabeisen gefertigt, der Rumpf aus Stahlblech getrieben und mit 3000 Nieten befestigt. Auch die Schraube war selbst geschmiedet. Als Antrieb diente ein 6-Zylinder Studebaker Motor mit einem Ford-Reversiergetriebe. Am 3. Juli 1937 erfolgte der Stapellauf. Das stattliche Boot stand später noch viele Jahre im Dienst der Zürcher Seepolizei.

  

Links: die DELICE vor dem Abtransport am 3. Juli 1937. Rechts: Betriebsbewilligung

 

Weltwirtschaftskrise zum Zweiten:
Man gönnte sich ja sonst nichts...      ausser
einem PONTIAC Cabriolet.

Ein Pontiac Straight Eight Convertible war das erste Automobil meines Grossvaters. Der Aufbau dieses beigefarbenen Cabriolets mit der Fahrgestell-Nummer 796815-P8 wurde beim Luzerner Carrossier A. Ruckstuhl (1925-38) hergestellt und durch die Zürcher Titan AG geliefert. Preis: 14'500 Schweizer Franken. Die Prüfung und Zulassung erfolgte am 1. November 1933. Zur Motorisierung diente der damals neuentwickelte 8-Zylinder-Reihenmotor mit 3,8 Lt. Hubraum und 77 PS, was eine für damalige Verhältnisse beachtliche (Höchst-)Geschwindigkeit von 120 km/Std. erlaubte.

   
 
Das Autokennzeichen ZH 26999 ist noch heute in meinem Besitz.


 
....und einem PLYMOUTH P8.  

   

Dem Pontiac folgte dann ein 1939er Plymouth P8. Ende der 40er Jahre wurde er auch als Werkstattwagen benutzt und hatte deshalb ein abnehmbares grosses Dachgestell, das vorne und hinten an den Stossstangen befestigt und über das ganze Auto reichte. Unter der Haube arbeitete ein 3,3 Lt. 6-Zylindermotor.


 

1950 - 1956: BMW 340-0  
 

 
Ein BMW 340-0 mit der Chassis- und Motornummer 26800 folgte 1950. Die 340er waren Nachfolger des BMW 327 und dieses Fahrzeug eines der ersten 2500 Exemplare, die - gebaut im damals unter sowjetischer Besatzung stehenden Werk Eisenach - als Devisenbringer in den Westen (vorwiegend Schweiz und Finnland) verkauft wurden. Es hatte ein Speichenlenkrad, eine Standheizung und ausstellbare Frontfenster. Als Antrieb diente ein 2-Liter-6-Zylindermotor mit 55 PS Leistung. Bild unten: Meine Mutter (rechts) mit Freunden auf einem Ausflug 1953.

 

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1954 - 1960: PONTIAC Silver Streak. Das "Amifass".
 
  
 
1954 schaffte sich Grossvater dann einen zweiten Pontiac an. Ein Silver Streak aus Schweizer Produktion bei der GM in Biel, wo 1951 insgesamt 180 Wagen dieses Typs montiert wurden (Kleines Bild). Alle in der Schweiz montierten Fahrzeuge erhielten die (Zusatz-)Bezeichnung   "Montage Suisse" (Quelle: SwissCarRegister)


 
1953 - 1954: PLYMOUTH Cranbrook

Ein brauner Plymouth Cranbrook Four Door Sedan von 1953 war perfekt für die 5-köpfige Familie meines Vaters. Ein Frontalzusammenstoss mit einem VW Kastenwagen forderte ein Jahr später Rippenbrüche und Knieverletzungen. Dem VW-Fahrer erging es wesentlich schlechter, denn die Fahrerkabine war vollständig eingedrückt. Dem Cranbrook folgte ein 1954er Belvedere.

 
 

1954 - 1964: FORD Customline Cuntry, genannt "der Frühling".



Meine Mutter neben dem Ford Customline Country Sedan, unserem ersten Kombiwagen. Wenn wir jeweils Sonntags eine Ausfahrt machten, sass ich kleiner Knirps dann im aufklappbaren Notsitz zuhinterst im "Laderaum" und konnte durch die Heckscheibe den nachfolgenden Autos zuschauen und ihnen zuwinken.
 

 
 

1964 - 1988: Kaiser JEEP Wagoneer. Unkaputtbar !

Am Genfer Autosalon 1964 entdeckte mein Vater einen Geländewagen, der in seiner Art damals einmalig war. Ein Kaiser-JEEP Wagoneer. Der Urahn der heutigen SUV wurde 1963 lanciert, 7 Jahre bevor Land Rover mit dem Range Rover etwas Ähnliches anbot. Servolenkung und ein zuschaltbarer Allradantrieb waren damals zukunftsweisend. Mit der Untersetzung war kein Hang zu steil und keine Schneemade zu hoch. In den 60er Jahren waren die Winter auch im Unterland noch hart, lang und kalt (die "Seegfrörni", also der komplett vereiste Zürichsee 1963 ist Beweis dafür) und der Schnee lag zeitweise meterhoch. Das war für den Jeep "no problem" und es machte natürlich auch viel Spass zuzuschauen, wenn andere Verkehrsteilnehmer im Schnee stecken blieben. 1976 wurde er durch das Nachfolgemodell ersetzt. Der Marke JEEP sind wir bis heute treu geblieben.  
 


1960 - 1973: ALFA ROMEO 2000 Berlina (Typ 102.00)

  

Die Ära Alfa Romeo in unserer Familie begann mit der 2000 Berlina meines Grossvaters. Es war eine rote, stattliche 6-Plätzer-Limousine mit dem bewährten, etwas modernisierten 4-Zylindermotor des Vorgängertyps 1900 und mit nunmehr 1975 ccm und 105 PS. 



 

1962 - 1974: ALFA ROMEO 2000-S Vignale (Typ 102.02)

Grossvaters Begeisterung an sportlichen italienischen Autos ging auch auf meinen Vater über. Sein erster Alfa Romeo war ein dunkelgraues Coupé, das 1959 am Genfer Autosalon vorgestellt wurde. Der "Schwarze", wie er innerfamiliär genannt wurde, entstand 1958 als Prototyp einer "Fuoriserie", die auf dem Chassis des Touring-Spider aufgebaut war. Angetrieben wurde er von einem 4-Zylinder-Reihenmotor mit 1975 ccm Hubraum und 115 PS.
 
Meine ersten "Geh- bzw. Fahrversuche" fanden - unter den gestrengen Augen meiner Mutter - mit diesem Auto statt. (siehe auch unter RÜCKBLICK/Alfa Romeo 2000 Vignale)
 

 
1966 - 1990: ALFA ROMEO 2600 SZ. (Typ 106.12)

1966 kam ein silbergrauer 2600 SZ (Sprint Zagato) dazu. Er war das 21. Produktionsfahrzeug von insgesamt nur 105 gebauten Exemplaren. Sein Sechszylinder-Reihenmotor mit 2584 ccm Hubraum leistet 165 PS. Auf der damals neu erstellten Autobahn Zürich-Bern brachen wir an einem Sonntagmorgen die "Schallgrenze" von über 200 km/h !

Neben dem Wagen der damals 13-jährige Max. Wenn man(n) da nicht zum Alfista wird.....


 

  

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